Ladengeschäft: Öffnungszeiten, Lagerhaltung & Co.

Vom Affiliate Business zum Ladengeschäft

Im ersten Teil schrieb ich ja schon ein paar Dinge, die ich nutze um mich vom Wettbewerb in meiner neuen Branche abzuheben. Wenn man heute hört, dass jemand ein Ladengeschäft eröffnet, denkt man direkt an Themen wie Öffnungszeiten, Personalbindung, Lagerhaltung, Kundenkontakt (oh!) und auch generell an Dinge wie Service, Retouren & Co. Wie ich darüber denke, möchte ich dir in diesem Beitrag mitteilen.

Dieser Beitrag wird so ein bisschen erzählerischen Charakter haben. Sieh es wie eine Serie, du sollst von Beginn an alles miterleben.

Ich fange mal von ganz vorne an. Bevor über Öffnungszeiten nachzudenken ist, braucht es erstmal ein Ladengeschäft bzw. eine Ladenfläche. Hier begann für mich vor einiger Zeit eine echte Odyssee.

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Immobilienmakler werden nie meine besten Freunde. Verständnis habe ich für so manches Vorgehen auch nicht. Etwa dafür, eine Unterschrift abzugeben damit man überhaupt eine Immobilie gezeigt bekommt. Für Unterschriften war ich noch nie leicht zu haben, daher lehnte ich diese Methode generell ab. Mag sein das ich ein Angebot verpasst habe. Shit happens. Dagegen sind die Makler, die ihre Objekte auf Immowelt etc. ohne Adresse und ohne Kosteninformationen bereitstellen ja noch harmlos. Zumindest bis dahin, wo sie mir die Informationen auf schriftliche Nachfrage aushändigen. Einige taten auch dies nicht. Sie wollten einen Besichtigungstermin bei dem sie mir dann die Informationen geben. Vorher nicht.

Warum sollte ich meine Zeit investieren und Immobilien besichtigen die nicht in meinen Preisrahmen passen? Diese Gefahr besteht und dann verschwendet der Makler seine eigene Zeit und meine. Zum Glück hatte ich das nur bei einem Makler. Ich bot diesem an, den Besichtigungstermin wahrzunehmen. Sollten die Kosten für die Immobilie nicht für mein Budget passen, würde ich ihm einfach zwei Arbeitsstunden zu je 140 Euro pro Stunde in Rechnung stellen. Ich bekam dann direkt am Telefon doch noch alle Daten genannt. Preislich würde es passen, die Immobilie ist allerdings derzeit vorreserviert und ich muss Geduld haben. Er verstand übrigens mein Anliegen. Ich seines natürlich auch – ein bisschen.

Bis heute habe ich also kein Ladengeschäft gefunden. Ich habe bei Immobilienscout24, Immowelt und Immonet jedoch Suchagenten (E-Mail-Alerts!) aktiviert die mich jeden Tag über neue Angebote informieren die zu meiner Suche passen. Wenn da etwas dabei ist, werde ich Kontakt aufnehmen, aber ich gehe nicht mehr offensiv auf die Suche. Meine Hoffnung liegt noch in der reservierten Ladenfläche.

Meinen Start realisiere ich derweil über Garagen. Da ich selbst fast nur auf dem Liegerad und Fahrrad unterwegs bin, stehen in unseren zwei Garagen keine Autos. Diesen Platz werde ich am Anfang verwenden. Hier kann ich sowohl die Liegedreiräder aufbauen, als auch den Verkauf bzw. die Probefahrten etc. organisieren. Viele Marktbegleiter agieren seit Jahren aus der Garage heraus – mit Erfolg. Warum also nicht auch ich, zumindest am Start. Langfristig möchte ich unbedingt ein Ladengeschäft und ich nehme die Chance auch wahr, sobald sie sich sinnvoll bietet.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten, ein wahrlich schwieriges Thema. Für mich spielen sie zumindest am Anfang keine Rolle. Ich baue das komplette Ladengeschäft anfangs als Termingeschäft auf. Wer Interesse hat, kann sich online so gut wie möglich informieren. Offline bin ich da, wenn es um Probefahrten, Einstellungen etc. geht und der Verkauf so nah wie möglich ist. Bis dahin ist meine Anwesenheit nicht erforderlich.

Ohnehin ist ein Liegedreirad-Geschäft in Merseburg kein Business was von Laufkundschaft profitiert. Selbst in Großstädten ist dieses Geschäftsmodell eher etwas für den Stadtrand statt die Stadtmitte. Laufkundschaft ist sehr untergeordnet da die Interessenten meist hundert Kilometer und mehr fahren, um sich ein Liegerad anzusehen und zu probieren. Ich könnte sofort eine Ladenfläche in der Innenstadt mieten. Sogar in einer Fußgängerzone in der Radfahren verboten ist. 😉

Eine klassische Probefahrt beim normalen Fahrrad kann auf dem Gehweg gemacht werden. Nach wenigen Metern spürt man ob das Bike gefällt oder nicht. Mit einem Liegedreirad geht das nicht. Zum einen braucht man viel mehr Platz und zum anderen will man das Fahrgefühl bei jedem Tempo, in Kurven, auf unterschiedlichen Untergrund uvm. kennenlernen. Der Stadtrand mit direktem Anschluss an ein Radwegnetz ist optimal. Und so in etwa sind meine Garagen platziert.

E-Mail schreiben oder Anrufen, Termin vereinbaren und los geht’s. Probefahrten kann ich mit meinen Interessenten mit allen Liegerädern machen die ich vorrätig habe. Und das werden immer mehr. Ein paar hast du vielleicht auf Facebook schon mal gesehen.

Ich bin also weiterhin ziemlich ungebunden in meinen eigenen Zeiten und kann mich auch auf meine anderen virtuellen Tätigkeiten und Projekte noch konzentrieren. Ich könnte es mir nicht vorstellen von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr in einem Ladengeschäft hinter der Theke zu stehen. Wenn sich eine tolle Ladenfläche anbietet, wird diese höchstwahrscheinlich auch mit dem Büro direkt kombiniert.

Lagerhaltung

Mein Lager beschränkt sich auf die Liegeräder die ich selbst bereits besitze und jene, die für Probefahren als Vorführmodelle noch dazukommen. Es wird kein Modell doppelt und dreifach geben. Interessenten die ein Liegerad kaufen, möchten sowieso ein neues Produkt. Dies wird fertig konfiguriert und bestellt. Die Lieferzeit dauert 2 Tage bis 3 Wochen. Die Übergabe erfolgt direkt bei mir vor Ort wo das Produkt auf den Kunden eingestellt wird.

Meine Lagergröße hält sich also in Grenzen. Wenn ein Produkt zu alt wird, wird es günstig verkauft und es kommt ein neues Modell rein. Durch meine eigenen Liegeräder habe ich auch die Chance, den Leuten zu zeigen was an Modifikationen möglich ist.

Meine derzeit kleinen Ziele

Okay, mal noch etwas anderes, damit es nicht nur Gedanken sind die du hier lesen musst. Ich verfolge natürlich auch ein paar Ziele und habe klare Vorstellungen von dem was erreicht werden muss.

Die Grundkosten für den Start und Betrieb sind für mich gering. Ich sollte monatlich, wenn ich meine eigene Zeit nicht einkalkuliere, etwa 1.000 Euro decken. Dies sind Versicherungen und Miete. Wobei Miete ja noch nicht anfällt. Verkaufe ich ein Liegerad, habe ich diese Kosten sofort gedeckt. Deshalb ist es mein Ziel bis Ende 2016 bereits zwei Liegeräder verkauft zu haben – ohne dabei das Liegerad für Kinder zu berücksichtigen.

Ab Januar 2017 ist es das Ziel monatlich 2 Liegeräder zu verkaufen. Die Saison beginnt dann wieder im April / Mai 2017 so richtig. Der Juni 2017 ist der Monat, ab dem es wirklich zählt. Schaffe ich es ab Juni 2017 jede Woche ein Modell zu verkaufen – weiterhin ohne die Kinderprodukte – sehe ich in diesem Business ein Modell was ich langfristig betreiben würde. Ein Jahr gebe ich generell jedem Projekt um sich zu bewähren. Natürlich nur wenn es nicht vorher schon komplett scheitert.

Mit 4 Verkäufen monatlich kann ich problemlos jemanden einstellen der das Ladengeschäft komplett betreut. Dann wäre auch denkbar noch im Bereich Service für normale Bikes ein bisschen Aktivität zu zeigen. Auch der Schritt weg vom reinen Termingeschäft ist dann realistisch, sobald ich nicht die einzige Person bin die gebunden wird.

Ich träume aber auch gerne mal. Wenn es nach mir geht, finden irgendwann jede Woche 4 bis 5 Probefahrten statt und es kommt jede Woche zu zwei bis drei Verkäufen. Das Potential ist vorhanden und groß genug ist die Nische dafür auch. Allerdings muss ich im Wettbewerb dafür ziemlich große Schritte machen. Mal sehen, Online sehe ich mich eindeutig im Vorteil. Dennoch, dieser komplette letzte Absatz ist wirklich nur ein Ausdruck eines Traumes, nicht das reale Ziel.

Zeigt sich innerhalb von 12 bis 14 Monaten kein profitables Geschäftsmodell, wird der komplette Bereich wieder stillgelegt. Ich bin nicht gewillt dauerhaft an etwas festzuhalten was gar nicht funktioniert. Ich werde aber ab sofort ziemlich stark dafür arbeiten das es hierzu gar nicht erst kommt.

Fazit

Stand heute, 29. August 2016, bin ich in Vorfreude auf die Eurobike zu der ich morgen fahre. Ich habe die Verträge mit meinen Importeuren bereits in der Tasche. Wir treffen uns alle auf der Eurobike und besprechen weitere Pläne. Auf der Webseite steht der Grundinhalt. Nun arbeite ich an einem Blog und Ratgeber damit ich meine Interessenten online bestens beraten kann und mit Fragen und Antworten auch Interesse wecke.

5 Kommentare zu Ladengeschäft: Öffnungszeiten, Lagerhaltung & Co.

  1. Hallo Soeren,

    die Artikel zum Thema Ladengeschäft sind zwar interessant geschrieben, aber ich finde, sie gehören nicht auf eine Mitgliederseite zum Thema Nischenseiten.

    Ich bin deshalb Mitglied geworden, weil ich mir erhoffe, durch Artikel und Informationen rund um das Thema Nischenseiten, meine eigenen Seiten zu verbessern bzw. neue, erfolgreiche Nischenseiten aufzubauen.

    Das Thema Ladengeschäft interessiert mich dabei überhaupt nicht. Ich habe selber Produkte verkauft, beispielsweise auf Weihnachtsmärkten. Das lief auch ein paar Jahre recht gut, aber heute habe ich keine Lust mehr auf Kunden oder Verkaufsgespräche zu führen etc.

    Ich möchte Geld über das Internet verdienen und möglichst wenig Kontakt zu Kunden und Käufern. Deshalb interessiere ich mich auch besonders für Nischenseiten.

    Ich hoffe, Du kannst meine Meinung verstehen und ich würde mich freuen, wenn Du in den nächsten Artikeln wieder Themen aufgreifst, die mich (und sicher andere Leser) beim Thema Nischenseiten weiter bringen.

    Schöne Grüße
    Volker

    • Hallo Volker,

      ich verstehe deine Ansicht voll und ganz und akzeptiere natürlich auch deine Meinung. Keine Sorge, es geht hier in Zukunft nicht in erster Linie um das Ladengeschäft. Ich streue es allerdings konsequent mit rein, da ich der Meinung bin, dass viele Leser ruhig über den „Online“-Tellerrand hinaus schauen sollten. Da gibt es immerhin noch so viel mehr zu entdecken. 🙂

      Du wirst allerdings nicht mehr lange auf den nächsten zu Nischenseiten passenden Artikel warten müssen. 😉

      Beste Grüße
      Soeren

      ps: vielen Dank für dein ehrliches und kritisches Feedback!

  2. Ich finde den Artikel sehr interessant. Denn die Entscheidungen die Soeren treffen muss und seine Zielplanung sind doch fast analog auf Nischenseiten zu übertragen.

    Ich muss mir bei der Planung einer Nischenseite fast genau die gleichen Fragen stellen (bis auf das Ladengeschäfft vielleicht, wobei ich das nicht ausschliessen möchte auch vielleicht irgendwann den Weg einzuschlagen).

    Auch der Kundenkontakt gehört für mich zu einer Nischenseite dazu, zwar meist nur per Mail oder Telefon, aber Kontakt ist da. Denn nur wenn ich meine Zielgruppe verstehe (und das geht nur wenn ich mich mit den potenziellen Kunden beschäftige) kann ich auch einen USP herausarbeiten der eine Nischenseite zum Erfolg verhilft.

  3. Ich finde auch, dass der Artikel nicht auf diese Plattform gehört. Du solltest Dein Offline Business vom Online Business trennen. Ein Themen bezogener Artikel würde allen mehr helfen.

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