Recap zum Amazon Workshop in Berlin

Amazon Workshop in Berlin

Am 14. Juli 2016 fand in Berlin der Amazon Workshop statt. Die Einladung erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Neben mir waren noch geschätzt weitere 40 Personen vor Ort. Es war ein sehr gemischtes Teilnehmerfeld – auch vom Know-how. Was die Vorträge umso spannender machte.

Pünktlich 14:00 Uhr ging es bei Amazon in Berlin mit dem Workshop los. Der Workshop war Teil einer Roadshow, die in den letzten Monaten in verschiedenen Ländern stattfand. Bis auf ein Land, soll der Workshop bisher in jedem Land erfolgreich sein – wie man nun weiß, auch in Deutschland.

Im Vorfeld habe ich euch die Möglichkeit gegeben mir Fragen mitzugeben, die ich vor Ort direkt an die Verantwortlichen stelle. Aus Zeitgründen konnte ich nicht alle Fragen stellen, denn auch andere Leute wollten ihre Antworten. Viele konnte ich aber loswerden.

Fragen und Antworten an und von Amazon

Generell ist erst mal zu sagen, dass ich mir die Fragen nach Features, die in den USA bereits verfügbar sind, sparen konnte. Denn Amazon selbst teilte mit, dass solche Sachen bei Erfolg immer mit Verzögerung dann auch in Deutschland ausgerollt werden.

Was man genau tun muss, um „Sub-Tag“-Partner-IDs zugewiesen zu bekommen, damit man jeden Link genau tracken kann?

Nichts mehr, da Sub-IDs für Tracking IDs nicht mehr herausgegeben werden. Es ist aber richtig, dass große Partner in der Vergangenheit auch Sub IDs erhalten haben um ihre Inhalte besser auswerten zu können.

Zur Erleichterung ist aber zu sagen, dass Amazon an der Erweiterung der Reporte arbeitet. Dort sollen Nutzer in Zukunft auch die Kurz-URLs die über den Amazon Sitestripe verfügbar sind, auswerten können. Hierüber ist dann ein noch deutlich besseres Analysieren möglich.

Wohin kann ich betrügerische Aktivitäten melden, so dass es auch jemand zur Kenntnis bekommt, und nicht nur eine Standard-Copy & Paste-Antwort auslöst?

Amazon baut derzeit das Team fürs PartnerNet deutlich aus. Trotzdem werden solche Meldungen an Amazon auch in Zukunft nicht weiter individuell beantwortet, da der Absender nicht über den weiteren Verlauf des Falles informiert wird. Amazon kümmert sich um jede eingehende Meldung, es ist aber nicht so, dass man dem Absender einer Meldung Bescheid gibt, was am Ende aus dem Fall wurde.

Warum werden Support Anfragen teilweise mit 20 Unterschiedlichen Antworten bei 20 unterschiedlichen Leuten beantwortet, und wann wird das abgestellt?

Weil für das PartnerNet bislang nicht ausreichend Personal zur Verfügung stand. Vor Ort in Berlin konnte ich einige aus dem neuen Team kennenlernen. Nach und nach wird sich da derzeit eingearbeitet, damit genau dieser Fall nicht mehr eintritt. Es gibt nun ein gut ausgewähltes Team was strukturiert an die Supportanfragen herangeht und sich darum kümmert, dass jeder Affiliate von jedem Mitarbeiter die sinngemäß gleiche Auskunft erhält.

Gibt es Möglichkeiten bzw. wird es Möglichkeiten geben einen Link genau zu tracken um Conversions etc. zu messen? Tracking-IDs sind sehr umständlich, vor allem da man sie selbst nicht löschen kann. Wie kann ich sonst Splittests machen?

Auch in diesem Fall hilft es, einfach die Kurz-URLs aus dem Sitestripe zu verwenden. Diese sind immer einmalig und davon kann man sich endlos viele anlegen. In Zukunft sollen diese im Report ausgewertet werden können. Derzeit wird es im Report noch auf die genutzt Tracking ID heruntergebrochen.

Ab wann erstellt Amazon für Affiliates eine vor den Finanzbehörden gültige Gutschrift für die monatlichen Auszahlungen?

Amazon ist in Luxemburg ansässig und stellt dadurch bereits jetzt gültige Gutschriften. Die E-Mails die zur Werbekostenerstattung kommen, entsprechen den steuerrechtlichen Anforderungen des Landes, in dem sich Amazon befindet. Über eine Änderung des Vorgangs gibt es keinerlei Informationen, da alles – wenn auch spezifisch – korrekt ist.

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass bisher keine Problemfälle bekannt sind. Die Belege von Amazon reichen bei Affiliates i.d.R. aus. Manchmal muss es dem Finanzamt einmal erläutert werden. Im Zweifel kann der Affiliate immer für die Auszahlung eine Rechnung an Amazon stellen.

Wie viele Bilder darf ich denn nun von Amazon auf meiner Seite einbinden?

In den bereits in die Jahre gekommenen Teilnahmebedingungen ist von 100 Bildern die Rede, die auf dem eigenen Server abgelegt werden dürfen. Diese Anzahl stammt aus der Anfangszeit, als Amazon das Partnerprogramm startete und auf die Performance stark angewiesen war.

Man möchte diese Grenze abschaffen und geht dieser Limitierung auch heute nicht nach. Generell sind so viele Bilder nutzbar wie man braucht. Vor allem natürlich das Coverbild eines Produkts. Die Bilder sollten alle 24 Stunden austauschbar sein (Cronjob etc.) damit, wenn Amazon sie aus rechtlichen Gründen ändert, die Änderung auch beim Affiliate stattfindet.

Bilder von Dritten (Marketplace Händlern) sollten nicht gespeichert werden. Für die Produkte die direkt bei Amazon liegen und von Amazon versandt werden, ist es deutlich unproblematischer.

Was soll ich bei einer Abmahnung wegen Produktbildern tun?

Die Abmahnung umgehend an Amazon weiterleiten, ohne selbst direkt auf die Abmahnung zu reagieren. Amazon nimmt sich der Abmahnung über die eigene Rechtsabteilung an. Diese wendet sich an die Gegenseite und konnte die Konflikte bislang immer lösen.

Darf ich meine Partner ID auf fremden Webseiten verwenden?

Nein. Prinzipiell darf Amazon mit deiner Partner ID nur von der Webseite beworben werden, die auch dir gehört. Du musst im Impressum / Datenschutz auch den Hinweis integriert haben, dass du Teilnehmer am Partnerprogramm bist. Dann kann Amazon den Traffic zuordnen und die Sales bestätigen. Von fremden Webseiten ist das Bewerben des Partnerprogramms nicht erlaubt.

Gleiches gilt auch für Werbung in Newslettern. In diese kann Amazon nicht reinschauen und kann den Traffic nicht zuordnen. Es könnte sich auch um SPAM handeln oder um Traffic aus unerwünschten Quellen. Deshalb sollte es stets unterlassen werden, Amazonlinks in E-Mails zu teilen. Für geschlossene Messenger wie den von Facebook ist gleiches zu beachten.

Geteilte Links über die Facebook Timeline oder offene Gruppen werden „geduldet“. Es ist eben der Lauf der Dinge, dass diese Netzwerke auch für Werbung sinnvoll verwendet werden können. Hier muss es Amazon jedoch möglich sein den Verweis zu erkennen.

Darf ich Amazon-Links maskieren / verschleiern?

Nein. Durch das Maskieren von Links geht Amazon der Referrer verloren. Es ist nicht erlaubt Amazon-Links zu maskieren. Zwar hilft es dem Affiliate bei seinen Klick-Auswertungen, kann aber gegenüber nicht zugeordnet werden. Partner die ihre Links maskieren müssen mit einer Sperre des Accounts rechnen.

Meine Meinung zum Workshop

Der Workshop war von 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr in mehrere Sessions unterteilt. Zunächst begann es mit einer kurzen Begrüßung und einigen einleitenden Worten zum heutigen Tag.

14:15 Uhr: Danach folgte die Session „Conversion Rate Optimierung: die wichtigsten Tipps“. Ich hatte mir von den 30 Minuten erwartet, dass jetzt ein Tipp nach dem anderen folgt. Die Zeit war ja knapp, daher ging ich nicht von viel Gerede aus. Tatsächlich war es aber ein Tipp: macht A/B Tests. Dann ging der Speaker noch ein bisschen mehr auf A/B Tests ein. Kratzte aber durchgehend an der Oberfläche.

Vielleicht bin ich zu verwöhnt von Nils Sessions zu dieser Thematik, denn hier kam ich mir in dem Moment überflüssig vor. Im Nachgang betrachtet ist die Session dennoch in Ordnung gewesen. Das Publikum ist stark gemischt und kein Speaker weiß wer nun wirklich anwesend ist. Zu viel Tiefe hätte genau so falsch gewesen sein können.

Die Vortragsart fand ich gut. Die Teilnehmer wurden mit kurzen Fragen mit einbezogen und die 30 Minuten gingen kurzweilig vorüber.

14:45 Uhr: Dos and Don’ts im SEO, so die Session die von SISTRIX durchgeführt wurde. Gleich zu Beginn wurde vielen Teilnehmern die Realität um die Ohren gehauen, in dem man mitteilte, dass die Textlänge im SEO keine Rolle spielt. Und das auch Bounce Rat und Aufenthaltsdauer der Webseite überhaupt nicht wichtig sind für Google. Mit diesen radikalen Informationen war die Aufmerksamkeit des Publikums gewonnen.

Es ging dann noch um interne Links, externe Links, Short Clicks etc. Die Vortragsart war gut und abwechslungsreich. Auch in dieser Session wurden die Teilnehmer mit einbezogen und kleine Diskussionen zwischendurch sorgten dafür, dass aus 30 Minuten mal eben 60 Minuten wurden. Oder waren es nur 50? Auf jeden Fall deutlich aber verdient oberzogen.

Über diese Session könnte ich wahrscheinlich ganze Beiträge schreiben. Werde die Themen aber für Mitglieder dann in den kommenden Tagen mal etwas mehr aufbereiten.

15:30 Uhr: Nach einer Kaffeepause standen dann die offiziellen Amazon-Sessions an. Es ging mit dem Thema „Webseiten effizient monetarisieren“ los. Olaf erzählte anhand von echten Beispielen, wie die Conversion Rate gezielt gesteigert werden kann. Außerdem ging es darum, wie man seine Webseiten inhaltlich weiter verbessert und dadurch mehr Traffic bekommt, der gezielt für mehr Umsatz sorgt.

Ich möchte hier nicht jeden Tipp verraten, aber ihr steigert u.a. eure Verkaufszahlen auf Amazon, wenn ihr bei Produkten auf eurer Webseite, noch alternative Shops mit Preisen anzeigt. Dadurch vermeidet ihr das Leser zurück zu Google gehen, einen Preisvergleich aufsuchen und dort ihren Abschluss machen. Ein Preisvergleich auf der Produktseite ist immer auch eine Steigerung der Conversion. Und im Zweifel verdient ihr eben mal mit einem anderen Partnerprogramm ein paar Euro.

Das Amazon-Logo einzublenden ist ein Trust-Signal an den Endkunden. Wer dies auf seinen Buttons verwendet, spricht mehr Leute an und erhöht die Verkaufszahlen ebenfalls.

Streichpreise erhöhen die Conversion Rate.

So, jetzt reicht es aber. Zwischen den Zeilen gab es noch deutlich mehr gute Tipps von Amazon. Da sie aber eben auch wirklich oft nur zwischen den Zeilen kamen, möchte ich nicht ganz so freizügig damit umgehen.

16:15 Uhr: Welche Tools sollte Amazon für Affiliates entwickeln?

Die einzige englischsprachige Session, da diese direkt mit einem Amazon Entwickler aus Indien durchgeführt wurde. In dieser Session machten wir sozusagen ein Brainstorming für beide Seiten und gleichzeitig tauschten wir unsere Wünsche mit Amazon aus. Viel ging in Richtung der Amazon API, damit die Daten aus dem Partnerprogramm auch in eigenen Dashboards analysiert werden können.

Und natürlich war es ein Thema: ein Amazon WordPress Plugin. 😀

17:00 Uhr: Site Clinic von Affiliateseiten

Teilnehmer konnten vor Ort ihre Webseiten nennen. Die Verantwortlichen von Amazon, wie auch zwei von SISTRIX, haben dann im Schnelldurchgang spannende Tipps zur jeweiligen Webseite genannt. Es sind einige Seiten in kurzer Zeit an der Reihe gewesen. Hat mir gut gefallen, auch wenn es zeitlich sehr eng war.

18:00 Uhr: Feedback und FAQ Session mit dem Amazon Partnerprogramm Team

Ja, die Session war die, auf die ich am meisten gewartet habe. Klar, ich hatte ja viele Fragen im Gepäck. Zum Glück wurden viele Fragen auch den Tag über bereits beantwortet, wodurch ich nicht jede Frage erst in der letzten Session abliefern musste. Und zum Glück scheuten sich die meisten Leute davor, ihre Fragen zu stellen. Bot mir mehr Gelegenheiten.

Wobei ich es schade fand, denn wenn viele Leute ihre Fragen stellen, kommen viel mehr Perspektiven ans Licht. Hier würde ich mir beim nächsten Amazon Workshop noch mehr aktive Teilnehmer wünschen. Es wird ja niemand gefressen. 😉

18:30 Uhr: Networking

Ja, aber nein. Dies fand dann erst nach 19:00 Uhr statt, da der komplette Tag sich durch Überziehungen, etwas längere Pausen etc. deutlich verschoben hatte. Deshalb war auch die Feedback-Session nicht 18:30 Uhr zuende sondern erst 19:00 Uhr.

Mit einigen Leuten sind wir danach noch Essen gegangen. Andere reisten direkt ab. Wieder andere haben ebenfalls Gruppen gefunden und sich zum abendlichen Networking aus dem Staub gemacht. Ich denke schon, dass jeder neue und interessante Kontakte knüpfen konnte. Ich jedenfalls habe viele neue Gesichter kennengelernt und hoffe hier auf weiteren Kontakt.

Fazit und Anregungen

Ich würde den Amazon Workshop auf jeden Fall erneut mitmachen. Die Anreise nach Berlin hat sich gelohnt. Die Zeit für den Workshop fand ich aber zu knapp. 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr sind nur 5 Stunden und wenn 60 Minuten für Pausen investiert werden, bleiben nur noch brutto 4 Stunden für Sessions. Keine Ahnung wie es in anderen Ländern war, aber an diesem Tag ging es gefühlt nicht auf. Gerade die Fragen nach den Sessions mussten mutwillig abgebrochen werden weil sonst der Zeitrahmen komplett gesprengt würde. Dadurch gab es dann auch mal ein leises Murren der Teilnehmer. Die Site Clinic Session war ja auch ziemlich unter Druck, da hier vorher bereits Überziehungen stattfanden.

Am Ende kürzte sich deshalb auch die Feedback-Session und das Networking fiel aufs offizielle Ende, was dazu führte, dass viele gegangen sind. Bei offiziellen 30 Minuten Networking wären die Teilnehmer womöglich alle noch genau dafür da geblieben.

Ich wünsche mir 7 Stunden inkl. Pausen, also 6 Stunden für Sessions. Von 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr ist immer noch ein Zeitraum über den sich konzentriert werden kann.

Inhaltlich habe ich am Amazon Workshop nichts auszusetzen. Gerade bei gemischtem Publikum müssen auch die Vorträge immer kompromissbereit gestaltet sein. Das hat funktioniert.

Ich kann nur jedem empfehlen an so einem Workshop mal teilzunehmen und sich aktiv dabei einzubringen. Wer seine Fragen stellt, bekommt auch Antworten. Dann kann man sich am Ende nicht beschweren. 🙂

8 Kommentare zu Recap zum Amazon Workshop in Berlin

  1. Da ich denke, dass das Publik gemischt war waren die Vorträge gut gemacht. Der eine oder andere hörte nichts neues, der andere hat sich was notiert 🙂 und war auch dankbar für Hinweise (gzip bei mir). Das beste war, das mit einigen Mythen (100 Bilder und so) mal aufgeräumt wurde.

    • Hi Michael.

      Ich schätze du warst auch beim workshop dabei.
      Ich habe noch eine frage zu den Bildern.
      Sind die ‚unproblematischen‘ Fotos lediglich die welche von Amazon selbst verkauft UND versendet werden, oder reicht lediglich der Versand durch Amazon und der Verkäufer ist ein anderer?
      Und wie schaut es aus, wenn Amazon selbst lediglich in der Vergleichstabelle beim Marketplace erscheint (nicht Amazon Warehouse, sondern das Original)?

      LG Robert

  2. Schöne Antworten, vor allem zu der Verwendung von Bildern. Ich werde mal nachsehen wie viele ich direkt von Amazon nutze und welche von Drittanbietern stammen. Auch das Weiterleiten an die Amazon-Rechtsabteilung finde ich Klasse! Vielen Dank für deine Mühen dies zusammenzutragen. Diese Gelegenheit bekommt man sicherlich nicht oft. 🙂

  3. Hey vielen Dank fuer diesen Artikel ! Konnte wieder Neues dazulernen & werde sicher beim ein oder anderen Workshop dabei sein…
    – Mit der Erhöhung auf 7 Std. stimme ich Dir voll & ganz zu, mal sehen ob ne Änderung stattfindet :)…
    Dir weiterhin alles alles Gute !
    Beste Gruesse Jurij

  4. Die Zeit war definitiv zu knapp. Vor allen Dingen gab es ja unheimlich viele Fragen die sich einfach mit den Jahren so angestaut haben. Da wurde man ja regelrecht abgewimmelt. Sehr schade. Daher muss es defintiiv eine Fortsetzung geben. See you!

  5. Hallo, klingt echt interessant und den Tipp mit dem Preisvergleich werde ich testen. Wo wird der nächste Termin verkündet? Gibt es eine Möglichkeit über einen Newsletter über den nächsten Termin informiert zu werden?

    Grüße
    Thomas

  6. Spannende Sache, hätte ich auch großes Interesse.
    Die Aussage zu den Abmahnungen, finde ich sehr interessant, hat einer schon Erfahrungen damit gemacht?
    Von mir aus könnten die so ein Seminar auch kostenpflichtig anbieten, mir wäre das den Weg nach Berlin wert.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*